Viele Azubis mit der Ausbildung zufrieden – doch es gibt auch Kritik

Gut 70 Prozent der deutschen Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Das geht aus dem aktuellen Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)/Jugend hervor.

Am besten bewerteten angehende Industriemechaniker/innen und Verwaltungsfachangestellte die Qualität der Ausbildung. Auf den nächsten Rängen folgten die Mechatroniker/innen, die Elektroniker/innen für Betriebstechnik sowie die Bankkaufleute. Die Kfz-Mechatroniker bewegten sich im Mittelfeld.

Auch wenn die meisten Auszubildenden zufrieden sind, gibt es auch Kritikpunkte. So klagten mehr als 12 Prozent über ausbildungsfremde Tätigkeiten wie Toiletten putzen, Gläser spülen und tagelange Renovierungsarbeiten im Betrieb, welche die Befragten „immer“ oder „häufig“ erledigen mussten. Und ein Viertel kann sich nach eigenen Angaben nach Feierabend nicht richtig erholen.

Zudem gaben mehr als 34 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb ihnen keinen Ausbildungsplan vorgelegt hätte, obwohl dieser gesetzlich vorgeschrieben ist. „Eine Ausbildung ist und bleibt ein Lernverhältnis. Azubis dürfen nicht als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden“, kommentiert DGB-Jugendsekretärin Manuela Conte den Report.

Die befragten Azubis finden die fachliche Qualität des Berufsschulunterrichts nur befriedigend bis mangelhaft (43 Prozent). „Niemand hat Lust auf Unterricht in maroden und kaputten Gebäuden. Die Berufsschulen brauchen dringend mehr Geld. Es fehlen Lehrkräfte, es fehlt technische Ausstattung, die Bausubstanz ist teilweise marode“, meint Conte. Und weil die Ausbildung an den Berufsschulen stark in die digitale Sphäre verschoben wurde: „Auch für den Digitalunterricht der Berufsschulen müssen die Arbeitgeber ihren Auszubildenden eine Freistellung erteilen."

Insgesamt wurden 13.347 Azubis aus den 25 beliebtesten Ausbildungsberufen von August 2019 bis März 2020 befragt.

(Bild: ProMotor)

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