Corona-Hilfspaket für Ausbildungsbetriebe verlängert

Die Bundesregierung will ihr Förderprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ fortführen und weiterentwickeln. Das haben Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am 17. März bekanntgegeben. Das Programm nimmt nun auch das Ausbildungsjahr 2021/22 ins Visier, um die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern und den Ausbildungsmarkt zu stärken.

Unter anderem verdoppelt der Bund künftig seine Ausbildungs- und Übernahmeprämien. Auch die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit und die Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung werden ausgeweitet.

Davon profitieren können nun auch größere Betriebe, Kleinstunternehmen können Sonderzuschüsse beantragen. Und auch an den Kosten für die Prüfungsvorbereitung von Azubis will sich der Bund beteiligen. Insgesamt stehen für die Maßnahmen in diesem Jahr 500 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 200 Millionen Euro sind für Ausgaben im Jahr 2022 vorgesehen.

Die wichtigsten Änderungen im Einzelnen:

  • Die Ausbildungsprämien für von der Corona-Krise betroffene Betriebe, die durch Neueinstellungen ihr Ausbildungsniveau halten oder erhöhen, werden – rückwirkend zum 16. Februar 2021 – zunächst in bisheriger Höhe verlängert.
  • Für das neue Ausbildungsjahr wird die Ausbildungsprämie für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau halten, von 2000 auf 4000 Euro verdoppelt.
  • Die Ausbildungsprämie plus für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau steigern, erhöht sich zum kommenden Ausbildungsjahr von 3000 auf 6000 Euro.
  • Um den Anreiz zu erhöhen, Azubis trotz Kurzarbeit im Betrieb zu halten, gibt es künftig zusätzlich zu einem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung außerdem eine Förderung der Vergütung für den Ausbilder oder die Ausbilderin.
  • All diese Leistungen können künftig Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitenden beziehen. Bisher lag die Grenze bei 249 Mitarbeitenden.
  • Ein Sonderzuschuss ist für Kleinstunternehmen vorgesehen, die im zweiten Lockdown ihre normale Geschäftstätigkeit weitgehend einstellen mussten: Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern können pauschal 1000 Euro bekommen, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.
  • Für den Fall, dass ein Ausbildungsplatz wegen Insolvenz des Betriebes verlorengeht, sind auch Verbesserungen bei den Übernahmeprämien vorgesehen; die Förderhöhe wird auf 6.000 Euro verdoppelt. Gefördert wird jetzt auch die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsvertrag pandemiebedingt beendet wird

All diese Fördermaßnahmen laufen über die Bundesagentur für Arbeit, Betriebe müssen ihre Anträge bei ihrer zuständigen Arbeitsagentur stellen. Informationen rund um die Antragstellung finden Sie auch auf der Website www.arbeitsagentur.de.

Förderung der Prüfungsvorbereitung

Eine zweite Förderrichtlinie soll unter anderem Jugendliche beim Abschluss ihrer Berufsausbildung unter die Arme greifen. Zu diesem Zweck will der Bund im Jahr 2021 besonders von der Pandemie betroffene Betriebe mit Zuschüssen zu den Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge unterstützen, wenn diese ihren Auszubildenden Plätze in solchen – auch digitalen – Lehrgängen zur Verfügung stellen.

Dafür können Ausbildungsbetriebe je Azubi einmalig 50 Prozent der Kosten für einen Vorbereitungslehrgang erhalten, maximal jedoch 500 Euro. Die Abwicklung erfolgt hier über die Knappschaft Bahn See. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf deren Website www.kbs.de.

(Bild: BMBF/Rickel)

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