Bundesregierung will digitale Bildung für alle

Jede Menge Einzelmaßnahmen und als Krönung eine neue nationale Bildungsplattform – das soll die neue Initiative „Digitale Bildung“ der Bundesrepublik Deutschland bescheren. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bildungsministerin Anja Karliczek stellten in einer Onlineveranstaltung Ende Februar die Inhalte vor. Einen konkreten Zeitplan gaben sie allerdings nicht an.

Auslöser dafür, dass das lange Zeit in Deutschland eher stiefmütterlich behandelte Thema digitale Bildung Beachtung von so prominenter Seite erfuhr, war natürlich die Corona-Pandemie. Immer wieder betonten während der Auftaktveranstaltung verschiedene Experten, wie sehr der Ausfall des Präsenzunterrichts an Schulen und Hochschulen die Bedeutung der digitalen Bildung ins Blickfeld gerückt habe.

Die Bundeskanzlerin hob jedoch hervor: Die neue Initiative solle nicht nur Schulen und Universitäten ansprechen, sondern „Menschen aller Altersgruppen“. Es sei wichtig, dass sich alle Menschen Grundkompetenzen im Umgang mit Daten aneigneten. Datenkompetenz sei notwendig, da unsere Welt immer digitaler werde. Zudem gehe es bei der digitalen Bildung auch „um ganz andere Möglichkeiten, die auch ganz andere pädagogische Angänge brauchen“.

Bundesbildungsministerin Karliczek zeigte sich überzeugt, dass digitale Bildung das alte Versprechen der Chancengerechtigkeit in der Bildung einlösen könne. So sei es digital nun verstärkt möglich, Lernende besser individuell zu fördern, je nach Kompetenz in einer angemessenen Geschwindigkeit.

Nationale Bildungsplattform

Für alle Menschen, die sich künftig digital weiterbilden wollen, soll es einfacher werden, Zugang zu qualitativ hochwertigen Angeboten zu bekommen. In einem „Digitalen Bildungsraum“ will die Regierung die Vermittlung, den Erwerb und die Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen in allen Bildungsbereichen und über alle Bildungsphasen vernetzen.

Kernelement soll dabei eine neue „Nationale Bildungsplattform“, werden, die man nun schrittweise aufbaue, so Karliczek. Ziel sei es, dass dort Lehrer gutes digitales Unterrichtsmaterial und passende pädagogische Unterstützung finden. Arbeitnehmer könnten sich auf Portalen für eine Weiterbildung informieren. Und Ausbilder und Prüfer fänden Beispiele guter Praxis sowie hilfreiche digitale Werkzeuge.

Auf der Bildungsplattform sollen sich also auch Elemente aus der und für die berufliche Ausbildung finden. Für diesen Bereich hat das Bundesbildungsministerium schon vor Jahren die Initiative „Berufsbildung 4.0“ ins Leben gerufen, die nun neuen Schwung erhalten soll. Sie zielt darauf ab, neue Maßnahmen für eine zukunftssichere und attraktive Berufsausbildung zu gestalten.

Bislang besteht „Berufsbildung 4.0“ in erster Linie aus mehreren Pilotprojekten. So untersucht die Forschungsinitiative „Fachkräftequalifikation für digitalisierte Arbeit“ ausgewählte Berufe im Hinblick auf Digitalisierung. Ziel ist es, frühzeitig die sich verändernden Anforderungen an die Qualifikation der Fachkräfte zu erkennen.

Das Programm „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ soll neue Bildungsangebote fördern und die digitale Medienkompetenz in der beruflichen Bildung stärken. In der Qualifizierungsinitiative „Digitaler Wandel – Q 4.0“ will das Ministerium die Entwicklung und Erprobung passgenauer Qualifizierungen für das Berufsbildungspersonal fördern, um Ausbilder fit für den digitalen Wandel zu machen.

(Bild: Bundesregierung/Steins)

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