Berufsbildungsbericht: Viele unbesetzte Lehrstellen

Die Zahl der in Deutschland neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im vergangenen Jahr auf 467.484 gesunken. Das besagt der Berufsbildungsbericht 2021 der Bundesregierung. Damit wurde erstmals seit Beginn dieser Erfassung im Jahr 1992 die Marke von 500.000 unterschritten.

Der Rückgang gegenüber 2019 beläuft sich auf 11 Prozent. Im Handwerk sank die Zahl der Neuverträge von 142.875 (2019) auf 132.195 (2020), was ein Minus von rund 7,5 Prozent bedeutet.

Hauptursache für diese Entwicklung war natürlich die Corona-Pandemie und die damit verbundene Unsicherheit sowohl bei den Ausbildungsbetrieben als auch bei den potenziellen Bewerbern. Außerdem konnten viele Berufsorientierungsveranstaltungen wie zum Beispiel Jobmessen nicht oder nur digital stattfinden. Zudem haben die rückläufige demografische Entwicklung sowie der Trend zu schulischen oder hochschulischen Bildungsgängen die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verschärft.

Neben dem Rückgang der Neuverträge ist aus Sicht der Betriebe vor allem das starke Anwachsen der unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen besorgniserregend. So blieben im Berichtsjahr insgesamt fast 60.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, davon rund 18.500 im Handwerk. Das entspricht allein im Handwerk einer Zunahme von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Erklären lässt sich diese Entwicklung damit, dass die Betriebe 2020 zwar 8,8 Prozent weniger Ausbildungsstellen angeboten haben als im Vorjahr, aber auf der anderen Seite sogar 9,6 Prozent weniger junge Menschen nach einer Lehrstelle suchten. Dennoch blieben knapp 30.000 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt.

Alle Daten zum Berufsbildungsbericht finden Sie auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

(Bild: fotoART by Thommy Weiss/pixelio.de)

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