Ab in die Wüste: das „geilste Praktikum der Welt"

In den Herbstferien kehrte Melih Cömlek seiner Heimatstadt Gelsenkirchen den Rücken. Sein Ziel: das 6.500 Kilometer entfernte Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der 16-jährige Schüler war der Gewinner des „geilsten Praktikums der Welt“. Bei diesem „Wüstentrip“ durfte er Jimmy Pelka, einen der bekanntesten Tuner Deutschlands, über die Schulter schauen. 

Initiator dieser recht ungewöhnlichen Jobausschreibung war der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Denn obgleich das Internet in zahlreichen Lebenslagen Hilfestellung bietet, sieht es in Sachen Berufsinformation bisweilen eher mau aus. Das ging auch Melih Cömlek so: „Mir war klar, dass ein Kfz-Mechatroniker Reparaturen, Ölwechsel und so etwas macht. Aber es gehört noch viel mehr dazu.“ Wie vielseitig dieser Beruf letztlich ist, hat er erst in seinem Praktikum in Abu Dhabi erfahren. Auf dem Programm stand jedoch bei Weitem nicht nur der Werkstattalltag, sondern auch Sightseeing und der Besuch einer Rennstrecke. Hier ein kurzer Sightseeing-Trip

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Wie hat Melih Cömlek sein Praktikum empfunden, welche Erfahrungen hat er gemacht und was war der Grund, sich zu bewerben? Hier seine Antworten:

Redaktion: Warum hast du dich für „Das geilste Praktikum der Welt“ beworben? 

Melih Cömlek: Ich interessiere mich sehr für Autos und wollte mehr Erfahrungen in dem Gebiet sammeln. Außerdem bin ich ein Fan von Jimmy Pelka. 

Gab es etwas, was dich an dem Beruf besonders überrascht hat? 

Ich wusste, dass viel Elektronik in einem Auto verbaut ist. Aber, dass es so viel ist und vor allem so viele Kleinigkeiten sind, wie Kabel und Sensoren, das war mir nicht bewusst.  

Was hast du während des Praktikums gemacht und gelernt? 

Ich habe gelernt, wie man Bremsbeläge, Zündkerzen und Zünder auswechselt. Außerdem habe ich noch einiges zum Tuning erfahren: Mir wurde beigebracht, wie man eine Downpipe einbaut, wo die OBD-Dose liegt, welche Besonderheiten es bei einigen Autos gibt und noch etwas über Chiptuning. Das ist auch das, was mich am meisten interessiert hat. Jimmy hat mir außerdem von seinem beruflichen Weg erzählt. 

Hat dir das Praktikum bei deiner Berufsorientierung geholfen?

Ich habe mich auch vorher schon für Autos interessiert. Aber mir war nicht klar, was ich später beruflich machen möchte. Jetzt weiß ich: Es soll definitiv etwas mit Autos werden. Das Praktikum hat sehr dabei geholfen, meinen Berufswunsch zu konkretisieren. Im Internet oder der Zeitung erfährt man nicht so viel über einen Beruf. Wenn man die Erfahrung selbst macht, bekommt man einen ganz anderen Einblick. 

Was ist dir allgemein bei einem Praktikum wichtig? 

Ich achte darauf, dass das Praktikum Spaß macht, es ein Beruf ist, der mir gefällt, und dass ich dort auch wirklich etwas lernen kann. Wenn mir nichts erklärt wird und ich nichts zu tun habe oder nur Hilfstätigkeiten, wie Lager aufräumen oder Kaffeekochen, machen muss, bringt mir das Praktikum nichts. 

Was ist dein Tipp für Betriebe, die einen Praktikanten oder Azubi suchen und junge Menschen auf sich aufmerksam machen wollen? 

Unternehmen müssen auf jeden Fall auf sich aufmerksam machen. Nur so kann man sie auf der Suche nach einer Praktikums- oder Lehrstelle auch finden. Jugendliche sind vor allem auf Social Media unterwegs. Nur noch wenige lesen Zeitung. Werbung von Betrieben auf Instagram oder Snapchat würde deswegen gut ankommen. Außerdem sollten sie mit Fotos und Videos zeigen, dass das Arbeiten bei ihnen Spaß macht.  

Wenn du auf die Woche in Abu Dhabi zurückblickst, würdest du sagen, das war „Das geilste Praktikum der Welt“? 

Auf jeden Fall! Die Atmosphäre, die unterschiedlichen Aufgaben – ich bin froh und glücklich, dass ich das erleben durfte.

Hier eine kurze Sightseeingtour, das Video stammt von www.handwerk.de.

(Fotos: ZDH)

 

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